Heute ist Muttertag

Sonntag 12.05.2024


Ich  mache mir gerade Gedanken über einen "Anfang" eigentlich bin ich schon die ganze letzte Woche damit beschäftigt .

Womit möchte oder sollte ich beginnen?

Ich hatte schon einmal begonnen meine Situation vor der Herz Transplantation zu beschreiben.

Sollte eigentlich recht einfach sein, ich begann mit meinen ersten Erinnerungen und arbeitete mich so langsam in die damaligen Gegebenheiten bzw. einer beginnenden dilatativer Kardiomyopathie ein.

Ich begann schlafende Erinnerungen zu wecken, Erinnerungen die in der damals gegenwärtigen Situation anders von mir aufgenommen und verarbeitet wurden.

Ich durchlebte in meiner Erinnerung an die damals beginnenden Herzschwäche und dem damit verbundenen langsam beginnenden  körperlichen Zerfall, emotionaler als ich das ganze in der durchlebten Zeit wahrgenommen hatte.

Ich wühlte in vergangenen Erlebnissen und Gefühlen, die mir auch emotional noch Tage in meiner Gefühls Welt festhingen.   

Die gegebene Situation führte damals dazu das ich meine begonnenes Werk abbrach..!


Deshalb möchte ich nun in der Gegenwart beginnen

und die erlebte Vergangenheit gelegentlich mit einbringen.


Tatsache ist, das zuletzt während eines Herzkatheters bei dem ein bereits verschlossenes Gefäß  geöffnet werden sollte (erfolglos) mir mitgeteilt wurde das sich mittlerweile ein weiteres Gefäß verschlossen hätte, und durch den damit verbundenen sich verstärkt abspielenden Prozess einer chronischen Abstoßung ich normalerweise wieder auf die Transplantationsliste gesetzt werden müsste... jedoch wurde dies ausgeschlossen, da mein Alter von 69 Jahren und die rückläufige Spenderbereitschaft dies bereits im voraus nicht mehr möglich machten. 

Gehen wir ins Jahr 2022 

Trotz dreimaliger Corona Impfung hatte ich das Pech das ich dreimal positiv auf Corona getestet wurde und zuerst einen leichten und bei der zweiten Erkrankung einen recht heftigen Verlauf hatte. Wobei ich zugeben muss das ich nach einem Test, nur zu etwa 40 % durch die Impfungen abgesichert war.

Nach dem abklingen der Krankheit musste ich feststellen das ich unter Belastung, in sofortige Atemnot geriet und ich mit Beginn des Jahres 2023 meine täglichen Tätigkeiten auf der Couch ausübte. 

Was nun? War es long COVID , oder post COVID, niemand hatte dafür eine passende Antwort.

Auf jeden Fall gaben sich alle Ärzte denen ich diese Fragen stellte, jede erdenkliche Mühe eine passende Antwort zu vermeiden.

Nun ich hatte und habe ein Riesen Problem! 


Gehen wir zurück ins Jahre 1986

Nun ich wurde nach erfolgreicher Herztransplantation nach Hause geschickt.

Damals ging man zum Allgemeinmediziner der auch als Hausarzt bekannt war und der für alle behandelbaren Alltäglichen Krankheiten zuständig war. Zwar musste ich einmal den Hausarzt wechseln da zwischen Hausarzt und MHH unterschiedliche Nachsorge Vorstellungen bestanden. 

Nach erfolgreichem Hausarzt Wechsel konnte ich zu jeder Zeit auf einen Arzt zurückgreifen, der mir die persönliche Sicherheit und das benötigte Vertrauen schenkte, das ich benötigte um  über 30 Jahre nach Herztransplantation zu überleben.

Leider gehen auch die besten Ärzte in Rente, so auch mein langjähriger Hausarzt und die damit verbundene Behandlung die in der Allgemeinmedizin benötigt wird.

Es gibt immer einen Nachfolger! Oder? Natürlich gibt es Nachfolger und zwar sogar viele. Nur den passenden konnte ich auch nach Jahren bisher nicht finden! 

Wo liegt das Problem? Beim Hausarzt oder bei mir? Nein an der Zeit! Die benötigte Zeit die ein Hausarzt haben sollte um die Lunge abzuhören, wenn ich schon mit Atemproblemen zum Allgemeinmediziner gehe. Stopp es Ist alles geregelt! Schließlich bekommt man eine Überweisung zum Facharzt, dessen Behandlung dann üblicherweise erst über die Anmeldung nach Telefonanruf mit begleitender Antwort erfolgt. "leider sind wir zur Zeit wegen Überlastung unserer Mitarbeiter nicht erreichbar, rufen sie etwas später nochmals an".

Nach mehreren Versuchen und etwas Glück erreichen sie einen freien Mitarbeiter der ihnen dann anschließend mitteilt

"lassen sie mich kurz nachschauen der nächste Termin wäre dann äää in 6 Monaten". 

Ach ja, notfalls können Sie auch zur Notaufnahme ins Krankenhaus. Und nicht vergessen rufen sie auf jedenfalls den Notdienst! Dann kommen sie etwas schneller dran.

Zurück zum Thema.

Ich wurde nach der ersten HTX sehr oft gefragt wie ist dein Leben nach der Transplantation. "Super, Toll" Das war für mich die passende Antwort die mir spontan einfiel.

Jedoch eine passende Antwort für die Zeit vor der Transplantation zu finden ist nicht so einfach.

Nach anfänglich unzähligen selbst gestellten Fragen "was passiert gerade mit mir" entsteht die beginnende Phase des langsamen Sterbens. Du merkst zunehmend das sich das Leben das sich noch vor Wochen in überschwänglichem Maße in dir befand, ebenso die Ziele die du dir noch vor kurzem gesetzt hattest, sich nach und nach in Luft auflösten. Mein Leben wenn man es als solches noch bezeichnen konnte wurde zum Alptraum.

Jetzt bin ich wieder an dem Punkt an dem sich Erinnerung und Gegenwart abgleichen um vielleicht meinen gegenwärtigen Zustand  zu ermitteln. Nein, soweit bin ich noch nicht!

Mein damaliger Zustand begann bei einem 10 Minütigen andauernden sogenannten Zirkeltraining das ich unerwartet vorzeitig abbrechen musste, nach dem sich nach kurzer Zeit eine anhaltende Luftnot einstellte. Und ein weiteres Training nicht mehr möglich war.  Damit begann ein neuer Lebensabschnitt den ich aber im Moment nicht genauer beschreiben möchte.

Leider wurde der zustand in dem sich zu diesem Zeitpunkt mein Herz befand nicht erkannt.

Eine Einweisung ins Krankenhaus erfolgte nur auf mein drängen auf genauere Untersuchung von einem Facharzt, nach dem mein in Urlaubsvertretung behandelnder Hausarzt nichts feststellen konnte und mich als Simulant einstufte.

Und nun in Kurzform:

Ein bestehende Herzschwäche wurde im Krankenhaus festgestellt, eine aktive Erkrankung die sich zeitgleich am Herzen abspielte jedoch nicht erkannt und behandelt.  Im Gegenteil, eine Heilung war nach Meinung der Ärzte nur in einer Reha möglich.

Diese spezielle Heilung während der Reha endete schließlich in der Notaufnahme in der Uni Klinik in Würzburg.

Nach etlichen Litern Wasser die abgepumpt wurden. Nach 2 Herzkathetern bei Herzstillstand mit Wiederbelebung wurde mir durch einen der behandelnden Ärzten mitgeteilt das mein Leben nur noch durch eine Herztransplantation zu retten sei.  



Kurze Pause!


Mittwoch 22.05.2024            Heute ist Tag der HL Renate


Kommen wir zur Organspende


Jetzt die entscheidende Frage , spende ich meine Organe einem Menschen dessen Leben davon abhängt..., oder den „Würmern“ ?

Klingt zwar hart! Ist es auch!

Welche Regelung wäre da vielleicht angebracht?

Oft sind Bereitschaft und Zustimmung des infrage kommenden Spenders nicht bekannt.

Also kommen Angehörige wie Eltern, Ehepartner oder die nächsten Verwanden in die Pflicht über die Organentnahme zu entscheiden.

Jetzt die Frage:

Könnten sie sich vorstellen, sie stehen vor Ihrem Partner oder engem Angehörigen der an der Herz Lungen Maschine angeschlossen ist und einen Körperlichen Lebendigen Eindruck vermittelt, von dem sie emotional nicht akzeptieren können das dieser Lebens Gefährte 'in oder enge Angehörige „tot“ sein sollte.   


Nur wenige Minuten spät stellt man Ihnen die entscheidende Frage,


"wären Sie damit einverstanden wenn wir diesem Körper Organe entnehmen"?


Wie würden Sie spontan entscheiden?


Wann sind wir Tod?


Um den Tod mit wenigen Worten ohne Fachausdrücke zu beschreiben.

Ärzte entscheiden zu recht über den Gehirn tot! Fachärzte die in der Lage sind eine unveränderliche, irreparable Gehirnschädigung (Gehirntod) festzustellen der dem davon abhängigen Körper kein weiteres Leben mehr möglich macht.


Ach ja, da gibt es auch noch welche die...

Bei aller Erkenntnis durch diese selbst ernannten „kundigen Fachwissenschaftlern“, die einen von studierten Fachärzten bestimmten Gehirntod anzweifeln die Frage , wäre es da nicht auch angebracht den Tod der nicht zum Organspenden zur Verfügung stehenden "Gehirntoten" Menschen ernsthaft anzuzweifeln.

Begraben oder verbrennen wir etwa Menschen die nach Erkenntnis der selbsternannten,

„kundigen Fachwissenschaftlern“ theoretisch gar nicht verstorben sind?

Selbstverständlich Nein...!  oder?

Natürlich bin ich nicht unparteiisch, nachdem ich auf zwei Spenderherzen angewiesen war und weiterhin bin und überlasse ihnen die Entscheidung , Organe nach dem Tode an bedürftige Menschen spenden.

Oder alternativ „Würmer“...?


Kurze Pause!